Zahnschmuck
Posted in Ästhetik on August 24th, 2011 by admin – Be the first to commentVor allem junge Menschen (in den USA sollen bereits 20 Prozent dieser Klientel um die Wette strahlen) finden großen Gefallen an Grills, Twinkles, Dazzlers und Consorten.Hip-Hop-Künstler fingen Anfang der 80er Jahre damit an, ihre Gebisse durch “Grills” (englisch für: Gitter) aufwerten zu lassen. Es handelt sich dabei um Schmuckstücke aus Gold, Silber oder Platin, die man auf der Frontseite der Vorderzähne präsentiert. Sie erinnern stark an die ungeliebten Zahnspangen aus Kindertagen – gestern flop, heute top – wobei sie vielleicht schon damals über ein gewisses Maß an monetären Möglichkeiten ihres Besitzers Zeugnis ablegten. In diesem Zusammenhang fällt immer wieder der Name des New Yorkers Eddie Plein “Eddie’s Gold Teeth”, er durfte sogar die Kauleisten von bekannten Rappern wie Big Boi oder Big Daddy Kane kunstvoll veredeln.
Zwischen 50 und 1000 US-Dollar sollte einem so ein blitzendes Lächeln schon wert sein, abhängig vom verwendeten Material und der Größe des Schmuckstückes.
Beliebter und daher häufiger anzutreffen sind “Twinkles” (to twinkle: blitzen). Wahlweise Glassteinchen, Edel-/Halbedelsteine oder Brillanten, die nach punktuellem Aufrauen des Zahnschmelzes mit einem Kompositkleber befestigt werden.
Bei einem Kostenaufwand von 40 bis 100 Euro für das fachmännische (zahnärztliche) Einsetzen plus Materialkosten und etwas Glück bleibt das Blitzen plus/minus zwei Jahr erhalten.
Bei Dazzlers (to dazzle: blinken) handelt es sich um verzierte Goldfolien. Hier darf das Kind in der Frau sich ausleben (richtig: einmal nicht das Kind im Manne!). Es gibt sie mit Motiven aus Flora und Fauna und auch wenn Frau nach Sternenhimmel ist, kommt sie hier auf ihre Kosten. Apropos Kosten: Die halten sich in Grenzen, es sei denn, die Zierde besteht aus massiven Edelmetall-Halbreliefs.
Besonders in osteuropäischen Ländern sind unverblendete Goldkronen durchaus ein Statussymbol. Dass auch manch’ unbeschädigter Zahn ein Häubchen bekommt, ist zwar nicht im Sinne der ärztlichen Pflicht – aber: wenn’s schön macht!?
Diesbezüglich gehen auch unser Vorzeigepirat Johnny Depp (ihm passt sein Goldzahn wie angegossen) und Ex-Box-Weltmeister Mike Tyson mit gold-glänzendem Beispiel voran.
Die sogenannten “Caps”, Metallkappen, sind den Goldkronen, die einst nur medizinisch begründet und kurativ Anwendung fanden, sehr ähnlich. Sie werden aus rein optischen Gründen über den gesunden Zahn gestülpt. Gibt’s schon zu Schnäppchenpreisen ab 50 US-Dollar. Nach oben sind allerdings keine Grenzen gesetzt.
Zu Risiken und Nebenwirkungen …
… ist anzumerken, dass jeder unnötige Eingriff in einen gesunden Zahnstatus unerwünschte Wirkungen haben kann. Wobei das Aufbringen von Glitzersteinchen und Goldfolien wohl eher unbedenklich ist.
Wird der Zahn dagegen angebohrt oder angeschliffen, ist er durch diese Beschädigung kariesgefährdeter.
Grills, Caps und Genossen bieten Speiseresten samt Mikroben und Keimen gute Nistplätze in den Zahn-/Schmuck-Zwischenräumen – sind also ausgesprochen parodontitis- und kariesfreundlich. Die Zahnhygiene ist hier außerordentlich wichtig.